Wie gewöhne ich einen neuen Hund an meinen Althund?

Wie gewöhne ich einen neuen Hund an meinen Althund?

Beitragvon Mareike » 28. Januar 2014, 15:47

Hallo ihr Lieben,

auf unserer Facebook-Seite kam die Frage auf, wie ich einen neuen Hund an meinen Althund gewöhnen kann bzw. umgekehrt. In dem konkreten Fall geht es um einen verträglichen 10 Jahre alten Riesen-Rüden und einen 8 jährigen Notriesen, über den noch nicht allzu viel bekannt ist. Hier haben doch so viele Erfahrung mit der Zusammenführung von Hunden verschiedenster Konstellation ;) , dass wir in diesem Thread ja mal Tipps und Tricks sammeln können!

LG
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Re: Wie gewöhne ich einen neuen Hund an meinen Althund?

Beitragvon Schnuffi » 28. Januar 2014, 16:26

Hallo Mareike,
die Idee ist gut, aber man kann dies sicherlich nicht pauschal beantworten, weil jeder Hund ja auch seine eigene Persönlichkeit hat und die Umstände immer verschieden.

Was man allgemein sagen kann:
1. und das ist das Wichtigste man muss klar den Hunden Ansagen, dass der Mensch der Rudelführer ist
2. sollten die Hunde möglichst auf neutralem Boden, also nicht Zuhause, zusammengeführt werden
3. sollte dann immer konsequent die Hierachie des Rudels beim Füttern, etc. eingehalten werden, so weiß der Hund auf welchem Rang er sich befindet

Beim Zusammenführen der Hunde ist es von Vorteil, wenn jemand dabei ist, evt. im Idealfall der Hundehalter selbst, der die Signale der Hundesprache versteht, so früh erkannt werden zu welcher Situation es kommt und man kann dann als Rudelführer eingreifen.
Zuletzt geändert von Schnuffi am 28. Januar 2014, 17:23, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Wie gewöhne ich einen neuen Hund an meinen Althund?

Beitragvon agi » 28. Januar 2014, 17:08

Zuerst einmal kommt es darauf an das (so wie Elke schon schrieb)
1. der Rudelführer das Herrchen ist, erst danach kommt der Ersthund, Zweithund usw.
2. jeder Hund seinen Napf, seine Futterstelle, Schlafplatz bekommt und zwar auf Dauer.
3. immer den Ersthund zuerst füttern, das gleiche auch beim Kraulen, schmusen, anleinen, ins Auto verfrachten usw. usf.
4. Spielzeug nur zum Spielen benutzen, danach wieder einsammeln auch keine Selbstbedienung beim Lieblingsspielzeug!

Das sind einige Punkte auf die ich von Anfang an sehr geachtet habe.
Es dauert manchmal nur ein /zwei Wochen (bei Erik) bei Pepper war es wesentlich länger- bis sich alles eingespielt hatte.
Man sollte sich keine Nachlässigkeit leisten, (wir werden genauestens beobachtet)
Helga, Akina und Pepper (mit Agi im Herzen)
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Re: Wie gewöhne ich einen neuen Hund an meinen Althund?

Beitragvon Charly » 28. Januar 2014, 17:44

Schmunzel...

Ich hatte zuerst den Toni damals 1 Jahr, dazu kam Lou,
und war sofort die Chefin im Ring.. :totlach:

Dann kam der Ernie, der sich komplett aufgegeben hatte, den hat Lou sofort betüttelt, und
Toni akzeptiert alles und jeden der kommt.

Glaube ich bin hier keine große Hilfe!! :bussi:
Liebe Grüße
Jutta mit den Zwergen
(Charly, Lou und Ernie im Herzen :love: )
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Re: Wie gewöhne ich einen neuen Hund an meinen Althund?

Beitragvon Mareike » 28. Januar 2014, 19:07

Klar kommt es im konkreten Fall immer auf die Hunde an. Aber so einige Punkte lassen sich schon benennen, auf die man achten sollte. Ich habe da nicht so wahnsinnig viel Erfahrung, weil mein Schnauz ja eh nicht besonders gut mit anderen Hunden kann. Bei der einzigen Pflegehündin, die wir bisher hatten, haben wir es so gemacht (wobei das sicher eine wirklich "einfache" Zusammenführung war: Rüde - Hündin, Gary damals noch unkastriert, Tara damals auch noch läufig. :roll: ):

Fabian hat mit Gary einen kurzen Spaziergang gemacht, ich mit Tara. So konnten sich beide ersteinmal in Ruhe lösen und Tara konnte sich ein wenig an mich gewöhnen. Wir sind unterschiedliche Strecken gelaufen, so dass Gary mich mit fremden Hund noch nicht erschnüffeln konnte. Dann haben wir uns auf einer vereinbarten Wiese getroffen, die für Gary nicht zu seinen typischen Spielwiesen gehörte. Auf der Wiese gab es ein kurzes Beschnüffeln und dann haben wir eine gemeinsame Runde gedreht. Bewegung reduziert Stress! Dann ging's ohne großes Aufhebens gemeinsam ins Haus. Tara durfte sich dort die ersten paar Stunden nur unten aufhalten. Das sollte ihr zeigen, dass ich der Chef bin und ihren Aktionsradius kontrolliere. Gary dagegen konnte tun, was er wollte, wurde von uns aber auch nicht besonders beachtet. Futter gab's bei uns gleichzeitig, Gary durfte als erster an seinen Napf. Aber in allen anderen Situationen habe ich null darauf geachtet, wen ich zuerst streichele, anleine etc. Außerdem durften die beiden Hunde auch untereinander ausmachen, wer der Ranghörere ist. Davon haben wir nur ein einziges Mal sichtbar was mitbekommen: Gary hat Tara verboten, sich seinem Spielzeug zu nähern.

agi hat geschrieben:Zuerst einmal kommt es darauf an das (so wie Elke schon schrieb)
1. der Rudelführer das Herrchen ist, erst danach kommt der Ersthund, Zweithund usw.
(...)
3. immer den Ersthund zuerst füttern, das gleiche auch beim Kraulen, schmusen, anleinen, ins Auto verfrachten usw. usf.


Wir haben das - wie gesagt - bewusst nicht so gemacht. Als Rudelchef bestimme allein ich, mit wem ich gerade Lust auf Schmusen, spielen oder was auch immer habe. Außerdem könnte es problematisch werden, wenn der Ersthund eher rangniedrig ist und sich dem Zweithund eigentlich unterordnen würde. Denn dann schafft man ja eine künstliche Struktur, in der beide Hunde ihre Schwierigkeiten haben. Ich glaube, dazu gab's auch mal eine Rütter-Folge, in der sich zwei Kleinteile ständig in den Haaren lagen, weil ihre Besitzer die Rangordnung falsch eingeschätzt hatten...

Die meisten Hundezusammenführungen sind ja eher unproblematisch, falls man aber mal Problemfälle aneinander gewöhnen muss, kann ich das folgende Buch empfehlen - sehr spannend!

Hundereich: Ein Arbeitsbuch zur Integration von Hunden aus dem Tierschutz

LG
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Re: Wie gewöhne ich einen neuen Hund an meinen Althund?

Beitragvon Schnauzhäuser » 28. Januar 2014, 21:36

Als wir 2001 unseren RS Welpen Gino seinem Vater Oskar ( 6 J.) beistellten,
war uns das kleine Büchlein ( 64 S., 14,90 €) eine schöne und vielseitige Anregung.
Bitte in die Bilder zum Vergrößern klicken.
Dateianhänge
zweithund 03.jpg
zweithund 02.jpg
zweithund 01.jpg
Das Mitgefühl mit allen Geschöpfen ist es,
was Menschen erst wirklich zum Menschen macht.
Albert Schweitzer (1875-1965),
den ich 1959 im Staatl. Gymnasium Mülheim-Ruhr erlebte..
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Re: Wie gewöhne ich einen neuen Hund an meinen Althund?

Beitragvon schwarze Kiwi » 28. Januar 2014, 23:47

In aller erster Linie kommt es immer auf die vorhandenen Hunde drauf an.

Habe ich zu Hause Hunde die Ressourcenverteidigung neigen bzw von denen ich das weiß räum ich natürlich das Spielzeug weg.
Meine verteidigen genau gar nichts , bei mir ist Spielzeug somit immer 24/7 verfügbar und bisher war das mit keinem Pflegi ein Problem.

Genauso ist es mit dem Füttern.
Bei nicht Futterneidischen Hunden kann man sicherlich auch recht schnell zusammen füttern.
Meine sind artig sobald niemand an ihren Napf geht solange sie noch fressen, daher wird bei mir immer die erste Zeit getrennt gefüttert.

Feste Schlafplätze ?
Hat hier keiner, aber es sind immer mehr Schlafplätze als Hunde vorhanden, Couch und (Hunde)sessel nicht mitgerechnet, gab noch nie n Problem.

Kennenlernen.
Passiert bei mir meistens mit nem kurzen Spaziergang damit Kiwi sich "ausblöffen" kann - in der Wohnung tragen Kiwi und Black meistens den ersten Tag ne Hausleine damit ich im Notfall schneller eingreifen kann.

Zusammenführungen mach ich niemals alleine, Andy ist immer zum "sortieren" mit dabei.

Bisher gabs noch nie Verletzte ;)
Wäre die Phantasie realistisch,
dann wäre die Realität fantastisch!
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Re: Wie gewöhne ich einen neuen Hund an meinen Althund?

Beitragvon Manu » 29. Januar 2014, 06:55

Bei der " Familienzusammenführung" von dem grössenwahnsinnigen Zwergrauhhaardackel meines Freundes (der sich mindestens für einen Dobermann) hält und meinen Mittelpfeffies (inkl. Joker dem grossen Hundehasser), wurde beim gemeinsamen Spaziergang auf neutralem Boden Joker ein Maulkorb verpasst. So hatte Dackeline wenigstens die Chance das zu überleben.

Diese Spaziergänge haben wir tgl wiederholt und erst nach 1 Woche das Revier der Dackeline (Homezone) betreten. Die Pfeffies haben Fiene als Chef akzeptiert und es gibt selbst beim Füttern keinen Stress.

Selbst Aik ist beim Treffen mit Fiene auf die Nase gefallen, weil er den Maulkorb auf hatte und sie ihm gleich auf die Füsse geflogen ist.
lg Manu mit Grace und Joker an Ihrer Seite und Elvis immer im Herzen



Wenn es im Himmel keine Hunde gibt, dann will ich dort auch nicht hin!!! (Pam Brown)
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