Was kann ich füttern, wenn ...

Re: Was kann ich füttern, wenn ...

Beitragvon Schnauzhäuser » 21. Februar 2011, 22:33

Liebe Schnauzerfreunde,
wenn ich die enorm breite Diskussion zur Futterwahl verfolge, beschleicht mich doch das Gefühl, daß man seinem Portemonnaie irgendwie böse ist.

Wie auch andere wirbt z.B. EUKANUBA (viertgrößter Anbieter in USA) bei seinem INTESTINAL mit "Indiktationen" (med.richtig: Indikationen = angezeigte Einsatzmöglichkeit), bei denen 95% der internistischen Krankheitsbilder von Hunden genannt werden. Für mich eine unglaubliche Selbstüberschätzung dieses Produzenten! Mir sagt das nur, daß es sich um ein "Allroundfutter" handelt, das bei allen und jedem Problem das Richtige ist. Das können viele andere auch behaupten. Davon wird es aber nicht wahrer!

Treffender scheint mir da schon der Hinweis von Rufo2, daß das Füttern in kleinen Portionen grundsätzlich eine bessere Verträglichkeit schafft.

Wir ernähren unseren Gori mit Hinblick auf seinen akuten Zahnstatus und die nicht bekannte Vergangenheit seiner Haltung viermal täglich aus den nachstehenden Komponenten von 9:00 Uhr bis 24:00 Uhr:
Dosenfutter BestMeat (Freßnapf Eigenmarke), Trockenpellets SelectGold Adult für Großrassen (Freßnapf Eigenmarke, identisch mit RoyalCanin), frisches Rinderhack, Trockenpansen oder TrockenRinderstreifen, Trockenfisch, Petvital GAG Tabl., Dentastix

Bis auf Pansen- und Rinderstreifen, PetVital und Dentastix ganz normale Qualitätsfuttermittel (15kg Pellets- ca. 50,- €). Dies haben wir mit Gino und Oskar über 12 Jahre so gehalten mit besten Ergebnissen. Und wer mehr haushalten muß, ist auch gut mit ALDI für ausgewachsene Hunde beraten, wenn keine besonderen körperlichen Ansprüche gestellt werden.

Übrigens. Noch nie wurde von Magendrehungen bei mäßig gefüllten Mägen berichtet. Dagegen überwiegend in Folge von starker Einmalfütterung pro Tag und in Zusammenhang mit sog. "Fastentagen", nach denen das Tier "doppelt reinhaut". Alles alter Zopf- genau so unzutreffend wie der Opaspruch "Rohes Fleisch macht Hunde wild!" Öfter wenig, aber hochwertig füttern; das hilft bei den meisten gesundheitlichen Defiziten entscheidend. Da braucht man nicht auf die unzähligen "Hundefutterflüsterer" mit ihren "Exklusivmedizinalkräuterbiozubereitungen" des deutschen Marktes reinfallen. Fragt sie doch mal nach der sog. "Feinanalyse" ihres Präparates. Ihr werdet Euch wundern, wie zugeknöpft die ansonsten freundlichen Herrschaften auf einmal werden.Keiner wird damit rausrücken. Zusammensetzung nach Gesetz muß genügen!

Noch ein grundsolider Buchtip hinterher (s. Anlage) Die Autoren bringen damit schon eine wiederholte Auflage dieses Titels. Mit diesen Informationen lassen sich einige Ausgaben relativieren.
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Hunde richtig füttern.jpg
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Re: Was kann ich füttern, wenn ...

Beitragvon Ina » 22. Februar 2011, 08:17

Nach etlichen Versuchen mit Dosen und/oder Trockenfutter, sind wir nun seit 2 Jahren "Rohfütterer"
Ausschlaggebend waren die immer wiederkehrenden Durchfälle und das ständige Bauchgrummeln bei Anton
Ausserdem benahm sich Anton wie ein Kind mit ADS was auf den hohen Getreideanteil im Trockenfutter zurückzuführen war.

Aus Zeitmangel und Faulheit ;) gibt es nicht immer frisches Gemüse dazu sondern Gemüseflocken
von http://www.lunderland.de
dazu Micromineral von cdvet
und zerkleinerte Eierschalen
Im Urlaub kommen die Fertiggerichte von properdog zum Zuge
Liebe Grüße Ina+Anton+unvergessen Ronnie+Bodo auf ihrer Wolke
Ein Tier zu retten, verändert nicht die Welt. Aber die ganze Welt verändert sich für dieses eine Tier.
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Re: Was kann ich füttern, wenn ...

Beitragvon ankamax » 22. Februar 2011, 11:40

Yeannie73 hat geschrieben:
Doris hat geschrieben:@ Yeannie73


Er empfahl uns auch ein nettes Buch: "Katzen würden Mäuse kaufen" http://www.amazon.de/Katzen-w%C3%BCrden-M%C3%A4use-kaufen-Schwarzbuch/dp/3453600975/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1298220080&sr=8-1 - da stehen einige interessante Dinge übetr die Tierfutterindustrie drin!!!! Und da das Buch so erscheinen durfte, gehe ich davon aus, dass es auch wahr ist!!! :)

Liebe Grüße,
- @Doris: habe geknuddelt und wir geben es gerne zurück :love: :love:

Svenja



Habt Ihr auch mal das Kapitel gelesen, wieviel Chemie benötigt wird, um das Futter zu Pellets zu verarbeiten?

LG Gaby mit Sam und Zwiewi
Das das Wort "Tierschutz" einmal erfunden werden musste, ist wohl eine der blamabelsten Angelegenheiten der menschlichen Gesellschaft.
Theodor Heuss
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Re: Was kann ich füttern, wenn ...

Beitragvon Schnauzhäuser » 22. Februar 2011, 16:16

Gaby schreibt:
Habt Ihr auch mal das Kapitel gelesen, wieviel Chemie benötigt wird, um das Futter zu Pellets zu verarbeiten?


Das Produktionsverfahren der Pellets kann ich Euch mit wenigen Worten darstellen.

Nahrungsbrei - aus welchen Zutaten auch immer - wird mit hohem Druck durch eine Spritzdüse gedrückt und dadurch ultrahocherhitzt (Uperisierung = 150°C für 5 Sek.) . Da dabei Vitamine weitgehend verloren gehen, fällt das ausgepresste Tröpfchen in ein kaltes ( 5° C), vitaminiertes Fettbad und wird dort "gecoated", d.h. mit einem Vitaminmantel umhüllt (gesetzl. vorgeschrieben mit max 1,5 J. Haltbarkeit für Alleinfuttermittel). Da dieses Fett bei der anschließenden Lagerung des Futters aber ranzig würde, ist eine nachgeschaltete Behandlung mit einem "Antioxidans" als Konservierungsmittel des Fettmantels erforderlich.

Hierbei sind in Deutschland zahlreiche Antioxidantien zugelassen, die mit dem Buchstaben E plus 3-stelliger Ziffer gekennzeichnet sind, beginnend bei E300 bis E312, danach E320 und E321.

Überwiegend eingesetzt werden E 300 Ascorbinsäure (Vitamin C), E 320 Butylhydroxianisol (BHA), Butylhydroxitoluol (BHT) Die Firma EUKANUBA setzt (oder setzte früher) das umstrittene Ethoxyquin (EQ) ein, was aber in manchen Beiträgen als durchaus positives Antioxidans gesehen wird.

Pellets mit poröser Innenstruktur - sog. aufgeschlossene Pellets (expandierte P.) - werden als Croques bezeichnet und gelten als leichter verdaulich. Ein Schnitt mit dem scharfen Küchenmesser zeigt den Unterschied!

Die Diskussion um Antioxidantien in Tierfuttermitteln war in den späten 80ern in großer Breite geführt worden, was aber häufig durch wenig chemiebasiertes Wissen ins Unsachliche und Biofundamentale abglitt. Danach war viele Jahre Ruhe in diesem Thema, weil es als Chemiealternative nur die radioaktive Konservierung durch Bestrahlung gab, die aber noch stärker abgelehnt wurde.

Ich hoffe, Euch damit etwas beruhigen zu können.
Mit freundlichem Schnauzenstoß
Schnauzhäuser
Zuletzt geändert von Schnauzhäuser am 25. Februar 2011, 15:28, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Was kann ich füttern, wenn ...

Beitragvon Rufo2 » 24. Februar 2011, 19:58

Hallo Meike,
nein, es liegt micht am Platinum Futter, denn das füttere ich erst neuerdings. Es ist generell so, dass Rufo entweder ein Trockenfutter nicht frißt oder es bekommt ihm nicht, indem er mit Durchfall reagiert. Damit die Futterumstellung nicht so
radikal ist habe ich zu dem bisherigen Hill Trockenfutter immer etwas von Platinum hinzu gefügt. Sobald ich das Futter in jeweils kleinere Portionen gebe, ist alles okay. Anderenfalls geht wieder alles von vorn los. In der Zwischenzeit habe ich richtig gute Tipps für gutes Futter von den Foris erhalten und habe schon einige Probepäckchen angefordert.
Letztendlich gebe ich Schnauzhäuser recht, denn ich sollte Rufo zu einem Tierarzt bringen (Ursachenforschung) und checken lassen. Den Tipp für das Hills sensitiv Futter habe ich von einem Arbeitskollegen bekommen, der ähnliche Probleme mit seinem Hund hatte. Rufo ist ja bereits schwer arthrose geschädigt und deshalb muß ich besonders gutes Futter geben.
An dieser Stelle ganz herzlichen Dank für die vielen Infos sagen Regina und Rufo :saufen: :knuddel: :danke: :dafuer:

Bronko hat geschrieben:Hallo Rufo

Hat dein Spatz die Magenprobleme vieleicht während des Fütterns von Platinum gekriegt ?
Da wir hier auch einige Problemchen hatten, wurde mir gesagt, das Platinum seine Zusammensetzung geändert habe.
Da sind einige Bestandteile entweder erhöht oder erniedrigt worden und Zink (soll gut für die schwarze Farbe sein :mrgreen: ) ist neu dazugekommen.
Mir wurde auch gesagt, das sich das nach ca. 6 Wochen wieder eingependelt hat. Hat sich bei unserem Bronko schon schneller geregelt.
Ruf doch einfach mal bei Platinum an und schildere dein Problem, die sind sehr nett.

Liebe Grüsse Meike :knuddel:
Rufo2
 

Re: Was kann ich füttern, wenn ...

Beitragvon Schnauzhäuser » 25. Februar 2011, 15:50

Rufo2 hat geschrieben:Rufo ist ja bereits schwer arthrose geschädigt und deshalb muß ich besonders gutes Futter geben


Liebe Regina,
das einzig Wahre, was ernährungsseitig bei arthrotischen Schädigungen etwas bewirken könnte, sind Glykosaminoglykane[/b]
Hört sich gefährlich an? Ist es aber nicht! http://de.wikipedia.org/wiki/Glykosaminoglykane

Bitte lest aber auch die Seitentitel des Menues in: http://www-vetpharm.uzh.ch/wir/UC000000/0001__F.htm

Man kann diese Substanz auch Knorpelbaustoff nennen. Das beste - wenn auch teuerste Präparat - ist PETVITAL GAG Tabl. mit 30% Muschelextrakt (Canina, Spezial-Tiernahrung)
Günstigster Anbieter ist meines Wissens http://www.eu-versandapotheke.com. Wesentlicher Bestandteil ist eine Aufbereitung der grünlippigen Neuseelandmuschel.

Vergleichbare Ingredientien enthalten das teure CANOSAN Granulat (Boehringer Ingelheim) und das preiswertere LUPOSAN mit 20% Muschelextrakt (Luposan GmbH) . Letzteres gibts im Freßnapf. Ich habe eine neue Originaldose (ca. 1200g) quasi 95% voll noch hier, weil Gori das nicht so mag. Ich schicke Dir gerne schon mal eine Probe rüber, damit Du testen kannst, ob Rufo das akzeptiert. Wenn ja, kann er die gesamte Dose "von Gori erben" zum Nulltarif.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, das Pulver an den Hund zu bringen - ruf´mich mal an!
Herzlichst nach DO,
Bernward
Zuletzt geändert von Schnauzhäuser am 27. Februar 2011, 16:11, insgesamt 9-mal geändert.
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Re: Was kann ich füttern, wenn ...

Beitragvon piri » 25. Februar 2011, 16:48

Rufo,
wenn du das Zeugs vom Bernward nicht magst,
würde sich Oskar sicher über diese Gabe freuen :knuddel:
Er frisst mit Leberwurst garniert oder in einem lecker Quark
alles.
LG
Martina
....und immer wenn Du denkst es geht nicht mehr,
kommt irgendwo ein Lichtlein her

Liebe Grüße
Martina und Oskar
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Re: Was kann ich füttern, wenn ...

Beitragvon Schnauzhäuser » 25. Februar 2011, 18:32

Das Pulver läßt sich leicht mit etwas Speiseöl zu einer Paste anteigen und danach in alles mischen.
Eine wässerige Verbindung kann man nur unter Zusatz eines Emulgators (z.B. Milch, Flüssigeigelb) herstellen.
Hardcore-Fischliebhaber unter den Hunden fressen es sogar als Pulver über Pellets gestreut. Dann stinkt die Bude leicht
nach "Wattenmeer".
Zuletzt geändert von Schnauzhäuser am 25. Februar 2011, 21:36, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Was kann ich füttern, wenn ...

Beitragvon piri » 25. Februar 2011, 19:05

Bernward,
Oskar bekommt ja jeden Tag 2 gehäufte Teelöffel reines Grünlippmuschelmehl.
Ich gebe es einfach mit etwas Rinti, stinkt wie toter Fisch, den man
auf der Heizung gelagert hat :totlach:
Zum Glück frisst der Oskarschatz den Pamp :heilig:
Liebe Grüße
Martina, die Oskar nach dem fressen den Bart waschen muss,
wegen Stinkebart
....und immer wenn Du denkst es geht nicht mehr,
kommt irgendwo ein Lichtlein her

Liebe Grüße
Martina und Oskar
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Re: Was kann ich füttern, wenn ...

Beitragvon Schnauzhäuser » 25. Februar 2011, 21:42

Achtung! Es gibt auch Einschränkungen zur Anwendung von Glykosaminoglykanen


Man kann Glykosaminoglycane auch als Gelenks-Injektionen einbringen. Das ist aber nichts für Laien!
http://www-vetpharm.uzh.ch/wir/UC000000/0001__F.htm Schau bitte unter KONTRAINDIKATIONEN nach!

Im Humanbereich gibt es da seit "hundert Jahren" DONA S 200". Ich hatte einen Klassenkameraden, der als Orthopäde bei mir diesen Stoff als Ärztemuster eingesetzt hat als ich ca 45 war und eine zeitlang heimwerkermäßig Gartenbau mit Schwerteilen betrieben hatte. DONA hat es gerichtet. Nur einen Hund müßte man total sedieren - nach dem Einstich ins Gelenk darf man sich keinen Millimeter mehr bewegen!
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