Ein gewagtes Thema..

Ein gewagtes Thema..

Beitragvon ManuUndAmadi » 19. Januar 2016, 22:02

Hallo ihr Lieben,

durch einen FB - Beitrag und auch durch mein Gedanken in letzter Zeit, möchte ich es auch mal von euch erfahren, wie ihr dazu steht.

Ein Bild wurde geteilt, wo folgender Text drauf steht:

"Hundezucht ist angesichts Millionen heimatloser Hunde und der Existenz von Tötungsstationen eine reine Perversität"

Ich kann den Spruch überhaupt nicht gut heißen..., denn irgendwie gibt es so viele Rassen und auch seriöse und gute Züchter, die viel auf sich nehmen, um die Rasse zu erhalten. Viele Rassen für bestimmte Aufgaben.. sicher gibt es auch mal Ausnahmen in der eigenen Reihe.., aber grundsätzlich finde ich es gut, das man mit den Hunderassen schon mehr "Auswahl" hat, welchen 4beinigen Freund man zu sich holt. Es mag eine Art Luxusproblem sein.. , aber wäre es nicht schlimm, wenn es gar keine Rassen mehr gäbe und alle Hunde "nur" noch Mischmasch?

Ich bin mir bewusst das es viele Tiere in Tierheimen, Notstationen, Tötungsstationen etc gibt.. auch jung und alt, aber auch diese Hunde kommen ja irgendwo her... sie sitzen ja nicht seit immer dort (geborene Welpen mal als Ausnahme sehen) ... sie kommen von unverantwortlichen Menschen...

Froh bin ich das es solche Vereine, wie hier bei uns die RSN, gibt... allerdings wissen es wohl die Wenigsten... ich kam damals erst durch Amadi überhaupt zu eurer Seite... Leider gibt es auch schwarze Schafe bei solchen Vereinen .. genauso wie bei Züchtern es der Fall ist. Überall geht es um das liebe Geld..

Ich unterstütze den Verein sehr gerne, wenn ich kann - egal auf welchen Wegen dies sein mag(FK, VK, PS, Spendenaktion, Werbung)...ich finde es ganz wundervoll, wenn man Hunden auf dem Weg ins neue Heim begleiten kann. Es ist traurig, wenn sich die Wege trennen müssen, aber man weiß das man das Beste für die Fellnase tun wird und er in ein gutes zu Hause kommt. Alte (verantwortungsbewusste) Besitzer die ihren Liebling mit weinenden Augen abgeben müssen, aber dennoch wissen, das er hier bei uns im Verein gut aufgehoben ist. Es ist eine Arbeit die viel Herzblut bedeutet..und das ehrenamtlich.

Und nun die andere Seite für die Züchter.. ein (verantwortungsvoller) Züchter schaut nach passenden Eltern, Rasseerhaltung, achtet auf Ernährung der Elterntiere und Welpen.. die neuen zukünftigen Besitzer werden gut ausgesucht und wie ich es mir vorstelle hat man immer einen passenden Ansprechpartner in seinem Züchter. Auch hier ist es eine Arbeit mit Herzblut... man muß loslassen können, ein gutes Bauchgefühl bzw Menschenkenntnis haben... denn als verantowrtungsvoller Züchter gibt man seine Welpen nur in beste Hände.

Seit Amadi 2 Jahre war und das erste Mal auch Papa wurde lebt in mir der Traum, das ich einmal einen Nachkommen von Amadi bei mir behalten möchte, denn er ist für mich der beste Hund der Welt :love: Nachdem wir bei unseren Züchtern mal wieder zu Besuch gewesen sind kam auch das Thema züchten auf.. mein Freund wäre sofort dafür, denn kleine Hundewelpen sind einfach etwas wunderbares... und sein Sohn ist zu süß mit den Kleinen auch umgegangen(Ich bin so dankbar das diese Beiden in mein Leben gekommen sind und mit so viel Tierliebe meine Leidenschaft teilen) . Diejenige die Bedenken hat bin tatsächlich ich selber, diejenige die sich schon so lange einen Welpen von Amadi gewünscht hat. Nun hätte ich eine Familie, die dies mit mir erleben möchte, Haus und riesen Garten und ich bin etwas verunsichert.. weiß ich doch was für Arbeit dahinter steckt.. welche Risiken es auch gibt... und wie viele Nothunde da draußen auf neue Plätze warten.

Ich habe im Kopf mit einer seriösen Zucht auch etwas Gutes für Nothunde betreiben zu können, ABER ist dies denn möglich??? :dafuer:

Oder ist es einfach nicht zu vereinbaren Tierschutz und Hundezucht? :dagegen:

Ich bin gespannt wie ihr zu dem Thema steht, aber bitte nicht schimpfen :oops: ich mache mir wirklich viele Gedanken dazu.. :dafuer:

Lg Manu
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Re: Ein gewagtes Thema..

Beitragvon Jesse James » 19. Januar 2016, 22:33

Manu, ich finde diesen Spruch nicht o.k. - denn das ist das übliche: Mach den anderen ein schlechtes Gewissen.
Ohne verantwortungsvolle Züchter, gäbe es keine Rassen mehr - das wäre Schade - wie Du ja auch schreibst. Angesichts von Millionen gebrauchten Autos stellt man das Herstellen von Neuwagen doch auch nicht ein.
Ob man sich einen Hund vom Züchter holt, oder aus dem Tierschutz, das sollte bitteschön jedem selbst überlassen bleiben.
Mir macht es nichts aus, ob mein Hund Macken hat, ich möche keinen Welpen, die sind mir zu anstrengend ;) - meine Freundin will unbedingt nur Welpen - also holt Sie sich einen Hund, welcher Ihr Zusagt - Züchter oder Zufallswurf - die Sympathie entscheidet. Genau wie bei mir - die Sympathie entscheidet - aber eben beim erwachsenen Hund.
Weißt Du, wenn man diesen doofen Spruch ernst nimmt, dann muß man auch jeden Welpen von Hundehändlern (frei) kaufen - damit rettest du (vielleicht) ein Leben, unterstützt aber den grausamen Hundehandel. Manu, man kann nicht die Welt retten - man kann nur schauen, daß man die eigene Kleine Welt so heil wie möglich gestaltet und sich seine Werte erhält. Du mußt Sie so gestalten, wie Du es für richtig hälst - nicht wie es andere erwarten.
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Re: Ein gewagtes Thema..

Beitragvon Schnauzhäuser » 19. Januar 2016, 23:09

Ich hake den Spruch mal als typische FB-Platitude ab.
https://de.wikipedia.org/wiki/Plattit%C3%BCde
Der Autor oder die Autorin zeigt mit diesem Statement, dass er/sie weder den Sinn des Wortes Zucht noch den des Wortes Perversität verinnerlicht oder verstanden hat.

Vielleicht ist es auch nur eine Variante des Sozialneids, weil nicht genug im Beutel ist, um für einen Rassehund mal ca. 1500,-€ auf den Tisch zu legen.
Das Mitgefühl mit allen Geschöpfen ist es,
was Menschen erst wirklich zum Menschen macht.
Albert Schweitzer (1875-1965),
den ich 1959 im Staatl. Gymnasium Mülheim-Ruhr erlebte..
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Re: Ein gewagtes Thema..

Beitragvon Suleika » 20. Januar 2016, 07:31

Monika Team hat geschrieben:Manu, ich finde diesen Spruch nicht o.k. - denn das ist das übliche: Mach den anderen ein schlechtes Gewissen.
Ohne verantwortungsvolle Züchter, gäbe es keine Rassen mehr - das wäre Schade - wie Du ja auch schreibst. Angesichts von Millionen gebrauchten Autos stellt man das Herstellen von Neuwagen doch auch nicht ein.
Ob man sich einen Hund vom Züchter holt, oder aus dem Tierschutz, das sollte bitteschön jedem selbst überlassen bleiben.
Mir macht es nichts aus, ob mein Hund Macken hat, ich möche keinen Welpen, die sind mir zu anstrengend ;) - meine Freundin will unbedingt nur Welpen - also holt Sie sich einen Hund, welcher Ihr Zusagt - Züchter oder Zufallswurf - die Sympathie entscheidet. Genau wie bei mir - die Sympathie entscheidet - aber eben beim erwachsenen Hund.
Weißt Du, wenn man diesen doofen Spruch ernst nimmt, dann muß man auch jeden Welpen von Hundehändlern (frei) kaufen - damit rettest du (vielleicht) ein Leben, unterstützt aber den grausamen Hundehandel. Manu, man kann nicht die Welt retten - man kann nur schauen, daß man die eigene Kleine Welt so heil wie möglich gestaltet und sich seine Werte erhält. Du mußt Sie so gestalten, wie Du es für richtig hälst - nicht wie es andere erwarten.


So sieht´s aus!
Besser kann man es nicht formulieren :applaus: :applaus:
Leben und leben lassen :) Man kann beides, im Tierschutz aktiv sein und einen Hund von einem (guten) Züchter ein schönes Zuhause geben OHNE ein schlechtes Gewissen haben zu müssen :dafuer:
Ich habe z.B. eine Freundin, die eine spezielle Rasse liebt und nur bei "ihrem" Züchter kauft, für jeden Hund den sie dort kauft, spendet sie dieselbe Summe an eine Tierschutzorganisation, so geht´s auch :D
" Einsamkeit und das Gefühl, unerwünscht zu sein, ist die schlimmste Armut" Mutter Teresa ( 1910-1997)
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Re: Ein gewagtes Thema..

Beitragvon Lackenkogel » 20. Januar 2016, 09:16

Ich teile Eure Meinungen zu 100 Prozent.
Gegen einen seriösen Züchter, kein Vermehrer, spricht absolut gar nichts.

Wir wollten auch keinen Welpen. Aus Zeitgründen.
Die meisten Fehler im Leben machen wir,wenn wir zu viel fühlen,wo wir denken sollten-und zu viel denken,wo wir fühlen sollten.Manchmal sollten wir einfach mal das tun,was uns glücklich macht und nicht das, was vielleicht das Beste oder Vernünftigste ist
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Re: Ein gewagtes Thema..

Beitragvon agi » 20. Januar 2016, 15:44

Alles hat immer auch ein zweite Seite :D , liebe Manu.

Aber,- wer den Rassehund liebt, kann im Tierschutz trotzdem sehr aktiv sein - das Eine schließt das Andere nicht aus.
Gönne Dir Deinen Welpen - dadurch veränderst Du die Welt nicht mehr!
Helga, Akina und Pepper (mit Agi im Herzen)
Man kann in Tiere nichts hineinprügeln, aber man kann vieles herausstreicheln!
(Astrid Lindgren)
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Re: Ein gewagtes Thema..

Beitragvon Charly » 20. Januar 2016, 17:54

Liebe Manu,

ich hätte auch gerne einen Welpen von meinem Toni gehabt, die Decktauglichkeit hat er bestanden.
Aber....mir fehlt die Muse und die Zeit auf Ausstellungen zu gehen. Das bedeutet er läuft unter
No Name...somit wird sich dieses Thema für mich erledigt haben.

Wer weiß, ob der Welpe dann auch die absolut guten Eigenschaften vom Toni hätte????

So habe ich ja nun Klein Luca, die ist auch wie ein Welpe, und bringt die guten Eigenschaften mit.
Da weiß ich was ich habe. :love: :love:
Liebe Grüße
Jutta mit den Zwergen
(Charly, Lou und Ernie im Herzen :love: )
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Re: Ein gewagtes Thema..

Beitragvon ManuUndAmadi » 20. Januar 2016, 20:52

Hach mit so viel positiven Zuspruch hab ich gar nicht gerechnet :) aber toll zu wissen wie ihr dazu so steht.

Amadi ist ja Deckrüde..er ist auch schon ein paar mal Papa geworden...nur leider war damals noch nicht die Situation gegeben das wir Haus und Grundstück unser Eigen nennen konnten. Nun wo es soweit ist kommt man halt wieder mehr ins grübeln.. Einen eigenen Wurf mit Amadi als Papa.. (Da natürlich einen behalten O:-) )
Aber wie gesagt ich denke viel drüber nach, ob es richtig wäre. Alles hat Vor und Nachteile.. Das Eine schliesst das Andere nicht aus...
Was Ausstellungen angeht fand ich das ja immer ganz spannend.. Allerdings war ich immer meeeega nervös :heilig:

Einfach das Leben mehr in eine tierische Richtung zu bringen... Auch beruflich nochmal umlenken.., um mehr Hundezeit zu bekommen...

Danke für eure positiven Worte..da lag ich mit meiner Meinung nicht ganz falsch und bin nicht allein :)
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Re: Ein gewagtes Thema..

Beitragvon Schnauzhäuser » 20. Januar 2016, 22:03

Bei aller Sympathie für Schnauzer bitte ich doch, vorab eine betont emotionsfreie "Gewissenserforschung" zu betreiben nach dem Motto: "Mutter werden ist nicht schwer - es zu sein dagegen sehr!"

http://www.tg-tierzucht.de/hzucht/publi ... ezucht.pdf

Den Aufwand kann man auch über die HPs von guten Züchtern ermessen.
Hier beispielhaft:

http://www.nollenburg.de
http://www.von-den-brigachauen.de
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Re: Ein gewagtes Thema..

Beitragvon ManuUndAmadi » 20. Januar 2016, 22:42

:))

Keine Angst... Ich tue nichts unüberlegtes...bei mir muss alles Hand und Fuss haben, bevor ich etwas eingehe was mit so viel Verantwortung verknüpft ist. Amadis Züchter blicken auch auf über 30Jahre Erfahrung zurück und es sind für mich absolute Vorbilder was eine gute Zucht angeht...
Wir haben auch schon einiges mitbekommen können was denn schief gehen kann.. Was wichtig ist.. Und wie viel Verantwortung man tragen muss.. Gerade wenn Welpen nicht von der Mama akzeptiert werden oder ähnliches.. Gerade das ist der Punkt wo man wirklich überlegen muss.., ob man diese grosse Verantwortung auf sich nimmt oder eben nicht.. :? :?

Aber hauptsächlich drehte es sich auch darum, ob es sich wiedersprechen würde... Im Tierschutz zu helfen..dennoch aber seriöser u guter Züchter zu sein. :)
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