Riesenschnauzer Ucca – eine Stellungnahme zu unserem Vorgehen

Riesenschnauzer Ucca

In den vergangenen Tagen erreichten uns immer wieder Anfragen zu dem Fall „Riesenschnauzer Ucca“ – einem Hund, der von seinem Vorbesitzer rechtskräftig an unseren Verein RiesenSchnauzerNothilfe e. V. abgegeben wurde und dessen Rückgabe der Vorbesitzer nun öffentlich fordert. Wir werden dieser Forderung im Interesse des Hundes nicht nachkommen und möchten im Folgenden Stellung zu unserem Vorgehen nehmen:

Die RiesenSchnauzerNothilfe e. V. hat Ucca am 30.5.2011 von seinem Vorbesitzer übernommen, der schriftliche und anwaltlich bestätigte Übergabevertrag liegt vor. Mit der Übernahme von Ucca haben wir auch die Verantwortung für den Hund übernommen und das bedeutet, dass wir sehr genau schauen, in welcher Familie und welcher Umgebung Ucca in Zukunft leben wird. Nun kann es immer sein, dass ein Hund aus einer Kurzschlusshandlung heraus abgegeben wird, die ehemaligen Besitzer ihren Schritt bereuen oder sich die Situation ändert, aus der die Abgabe heraus geschieht. Einige wenige dieser Fälle hat es in der Vereinsgeschichte der RiesenSchnauzerNothilfe e. V. bereits gegeben. In all diesen Fällen konnten wir die betreffenden Hunde nach einer kurzen Prüfung der Sachlage schnell und unbürokratisch in ihre ehemaligen Familien zurückgeben. Bei Riesenschnauzer Ucca verhält sich der Fall aber leider etwas anders.

Uccas Vorbesitzer versucht seinen Rüden nun bereits seit September 2010 in andere Hände zu vermitteln. Zeitungsannoncen, in denen der Junghund zum Welpenpreis angeboten wird, liegen uns vor. Ein Verkauf ist nicht zustande gekommen und so wurde Ucca im örtlichen Tierheim zur Abgabe gemeldet. Die Tierheimleitung bat die RiesenSchnauzerNothilfe um Hilfe und damit verbunden, um die Übernahme von Ucca. Ein erster Übergabetermin wurde ausgemacht, der Vorbesitzer lehnte es aber strikt ab, die übliche Abgabegebühr zu zahlen, und er war außerdem auch nicht bereit, den Hund zumindest ein Stück in die Richtung seiner neuen Unterkunft zu geleiten. Kurz darauf sagte der Vorbesitzer die Übergabe aufgrund geänderter Umstände ab, nur um einige Tage später aufgrund neuer Umstände die sofortige Abholung zu fordern. Die Gründe der Abgabe variierten, an einige Aussagen konnte sich der Vorbesitzer trotz Anwesenheit von Zeugen nicht mehr erinnern.

Bei der Übergabe des Riesenschnauzer-Rüden konnte außerdem der – für unsere Begriffe unverhältnismäßig schroffe – Umgang gegenüber den anwesenden Hunden (bei dem Vorbesitzer lebt neben Ucca auch eine Riesenschnauzer-Hündin) beobachtet werden. Auch der Abschied von dem Riesenschnauzer-Rüden gestaltete sich so emotionslos, wie es die Abholerin in ihrer langjährigen Tierschutzarbeit bisher kaum erlebt hat.

Wir haben Ucca bereits am Tage der Übernahme einem Tierarzt vorgestellt, so wie wir es mit übernommenen Hunden immer tun. In der Klinik wurde Ucca mit 34,8 kg und 74 cm Höhe als untergewichtig eingestuft. Ucca war zudem nicht vollständig grundimmunisiert und entwurmt. Mit diesen Tatsachen konfrontiert, kam es auf Seiten des Vorbesitzers erneut zu widersprüchlichen Aussagen.

Die derzeitige Faktenlage lässt uns daran zweifeln, dass der Vorbesitzer dem Riesenschnauzer-Rüden die notwendige Fürsorge entgegenbringen kann und möchte. Wie lange würde es wohl dauern, bis der Hund im Falle einer Rückgabe erneut zur Disposition steht? Wir haben uns daher bewusst gegen eine Rückgabe entschieden. Es mag sein, dass unsere Entscheidung bei einigen Menschen auf Unverständnis stoßen wird – doch sie fiel ausschließlich im Interesse und zum Wohle des Hundes.

 

Update 28.06.2011

Neues von Ucca! Der Riesenschnauzer-Rüde konnte vor einigen Tagen in eine neue Familie vermittelt werden. Er hat sich gut eingelebt: Ucca zeigt sich seinen Menschen gegenüber verschmust und anhänglich, ist total verliebt in das Kind der Familie und bekommt von seiner neuen Hunde-Kumpeline gerade beigebracht, was Spielen bedeutet. Um Ucca und seine neue Familie zu schützen, werden wir keine weiteren Einzelheiten zu der Vermittlung veröffentlichen. Wir bitten um Verständnis! Im Übrigen ist der "Fall Ucca" durch die Vermittlung für uns nun abgeschlossen.

Mit großer Verwunderung haben wir feststellen müssen, dass auf anderen Internet-Plattformen von an der Übernahme von Ucca absolut unbeteiligten (!) Personen massive verbale Angriffe, Unwahrheiten und haltlose Anschuldigungen verbreitet werden. In einem Einzelfall erhielten wir per E-Mail sogar Drohungen. Wir möchten darauf hinweisen, dass wir diesbezüglich nun einen Rechtsbeistand eingeschaltet und ihm die betreffenden Texte sowie Gesprächsprotokolle von Telefonaten übergeben haben. Die Kosten für diese Rechtsbeihilfe wurden uns zweckgebunden gespendet, sie gehen also nicht zulasten unserer aktuellen und zukünftigen Not-Felle. Ein herzliches Dankeschön dafür!

Keine dieser Personen hat Ucca, geschweige denn seinen Zustand, mit eigenen Augen gesehen oder war bei der Übernahme des Riesenschnauzers anwesend. Im Gegenzug dazu konnten sich bereits vier Team-Mitglieder der RiesenSchnauzerNothilfe ein persönliches Bild von Ucca machen und jedes dieser Team-Mitglieder war mehr als erschrocken darüber, wie klapperdürr und unbemuskelt dieser Riesenschnauzer-Rüde ist. Neben eigenen Tierarztgutachten bestätigt nun auch der Tierarzt der neuen Familie unsere Beobachtungen bezüglich Uccas Gesundheitszustand. Wir haben den Eindruck, dass hier ohne Rücksicht auf die Bedürfnisse des betreffenden Hundes private Ressentiments ausgetragen werden sollen, und halten uns daher lieber an die Fakten und Eindrücke, die wir selbst gewinnen konnten - nicht an Bewertungen unbeteiligter Dritter.