Hinter den Kulissen: Die Geschichte vom Jahreskalender

In unserem Jubiläumsjahr wollen wir Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, einen etwas anderen Blick auf die Arbeit der RiesenSchnauzerNothilfe gewähren und von Dingen berichten, die Tag für Tag hinter den Kulissen geschehen. Sie finden an dieser Stelle Interessantes, Amüsantes, Unglaubliches, Spannendes und leider auch Leidvolles - alles Facetten, die zu unserer Tierschutzarbeit gehören und die sie prägen. Dieses Mal beschäftigen wir uns mit der Entstehung unseres Jahreskalenders „Glücksfelle 20xx“, der für 2016 zum sechsten Mal erscheinen wird. Viel Spaß!

Auch wenn man täglich von Werbung überrannt wird und das meiste davon im (virtuellen) Papierkorb landet, ist es doch manchmal gut, sich die Dinge genauer anzuschauen: Ohne die Anzeige von fotobuch.de in einer Fachzeitschrift gäbe es unseren beliebten Jahreskalender nicht. Neugierig geworden durch eine interessante Rabattaktion für Kalender vor Weihnachten, beschafften wir uns die notwendige Software – und die Dinge nahmen ihren Lauf.

Das Jahr kann beginnen: RSN-Kalender Glücksfelle 2012

Seitdem entwerfen wir jedes Jahr einen DIN A3 Monatskalender mit je einem unserer Glücksfelle auf jeder Seite. Dabei wählen wir zwischen allen vermittelten Hunden der letzten 12 Monate, immer vom aktuellen Oktober bis zum September des vergangenen Jahres. Jedes Glücksfell wird mit einem großen und zwei kleinen Bildern sowie einem kleinem Text vorgestellt. Dies ist die Hauptarbeit, die bei der Erstellung des Kalenders zu leisten ist und die sich in den folgenden Fragen zusammen fassen lässt:

> Welche Hunde werden Kalenderboy bzw. Kalendergirl?
> Welche Kriterien gelten für die Auswahl?
> Wie komme ich an geeignetes Bildmaterial?
> Wie hoch sollen Preis und Auflage sein?

Wer kommt in den Kalender? Auf diese alles entscheidende Frage gibt es genau genommen nur eine Antwort: Alle, denn jeder hätte es verdient! Aber dann müsste das Jahr entweder 30 bis 90 Monate haben oder viele Hunde müssten sich eine Seite teilen. Daher haben sich im wesentlichen drei Kriterien herausgebildet, um zu einer sinnvollen Auswahl zu kommen. Da wir uns um Riesenschnauzer, Mittelschnauzer, Zwergschnauzer und deren Mischlinge kümmern, ist das erste Kriterium reine Mathematik: Jede der vier Gruppen darf drei Monate belegen. Das darf man allerdings nicht so eng sehen, denn – zweites Kriterium – Hunde mit einer besonders besonderen Geschichte werden bevorzugt behandelt. Dabei kann es sich um eine besonders schwierige oder langwierige Vermittlung handeln, um einen medizinischen Grund oder ein besonders ungewöhnliches Schicksal.

RSN-Kalender Glücksfelle 2012 - Kalenderboy Agor

Die nächste Aufgabe ist es dann, die betroffenen Herrchen und Frauchen zu fragen, ob ihr Hund in Kalenderboy oder Kalendergirl sein darf. Ist dies alles geklärt, machen wir uns auf die Suche nach geeigneten Bildern. Dabei liegt das Hauptaugenmerk auf interessanten und vielfältigen Motiven (wer möchte schon auf jeder Seite einen Hund im Körbchen sehen), auf einer brauchbaren Belichtung und schließlich auf einer druckfähigen Auflösung. Letzteres ist oft schwierig, weil die meisten Bilder heute mit Handys oder Tablets gemacht werden und die Auflösung nicht ausreichend ist. Man kann die Fotos in Bildbearbeitungsprogrammen wie Photoshop zwar etwas aufhübschen, aber die Grenzen sind eng und zu viel Manipulation ist auch nicht gewünscht.

Liegen dann für jeden Monat brauchbare Bilder vor, geht es an das Kalender-Layout und das Verfassen der zugehörigen Texte. Dank der aktiven Forumsgemeinschaft ist das in der Regel kein Problem. Ein Problem hingegen beschert uns jedes Jahr das Titelblatt, denn da wird zum einen ein besonderes Motiv benötigt und der dazu gehörende Einzeiler sollte kurz und griffig sein und etwas zur Arbeit der RiesenSchnauzerNothilfe aussagen.

RSN-Kalender Glücksfelle 2013 - Kalendergirl Maja

Die Arbeitszeit beträgt bis hierhin im Schnitt etwa 40 Stunden inklusive aller Telefonate und Arbeiten am Rechner. Unsere Auflage hat sich von 100 Kalendern im ersten Jahr auf mittlerweile 180 Exemplare für den aktuellen Kalender gesteigert. Zum Glück haben wir zum einen festen Stamm an Käufern, so dass wir eine Mindestauflage kalkulieren können, zum anderen kann die Druckerei aber auch so flexibel reagieren, dass Nachbestellungen kein Thema sind. Ein bisschen stolz sind wir, dass wir die Preise noch nicht erhöhen mussten – und dass wir in jedem Jahr etwa 1.000 Euro Gewinn erwirtschaften. Ein Gewinn, von dem jeder Cent unseren aktuellen und zukünftigen Notfellen zugute kommt.

Sie dürfen sich also jetzt schon auf den Kalender „Glücksfelle 2016“ freuen – mehr Infos dazu folgen in Kürze!

(Autor des Textes ... und auch des Jahreskalenders: Siegfried Biehler)